Interview
USA/NL 2007, Regie: Steve Buscemi, mit Steve Buscemi, Sienna Miller, Molly Griffith, 84 Min., OmU
Der Journalist und Kriegsberichterstatter Pierre wird von seinem Chef abkommandiert, das bekannte Serienstarlet Katya zu interviewen. Lustlos und gedemütigt, artet der Termin in ein bissiges Streitgespräch zwischen einer dauergelangweilten blonden Schnepfe und einem häs
slichen, zwielichtigen Intellektuellen aus. Entnervt gehen sie auseinander. Auf dem Heimweg gerät Pierre in einen Autounfall und landet mit einer blutigen Kopfverletzung im Luxusloft von Katya. Nun versucht er, doch noch an sein Interview zu kommen. Ein furioses Duell mit vielen Lügen und Entlarvungen beginnt.
Buscemi wagte sich an das Remake des gleichnamigen niederländischen Films von Theo van Gogh, der 2004 wegen seines provozierenden Kurzfilms »Submission« von einem fanatischen Moslem ermordet wurde. Anders als van Goghs nihilistisch geprägtes Original, gelingt es Buscemi, seiner Version mehr Leichtigkeit zu verleihen, ohne damit die Kritik an den Mechanismen der Mediengesellschaft zu entschärfen.
Do. 4.2. + Di. 9.2. + Mi. 10.2. | 20:30
Sa. 6.2. + So. 7.2. | 18:00
Hunger
GB 2008, Regie: Steve McQueen, mit Michael Fassbender, Liam Cunningham, Stuart Graham, 96 Min., OmU
Nach 66 Tagen Hungerstreik starb 1981 der IRA-Aktivist Bobby Sands im nordirischen Gefängnis »Long Kesh«. Sands s
owie eine große Anzahl inhaftierter IRA-Aktivisten hatten seit dem Ende der 70er bis Anfang der 80er Jahre um ihre Anerkennung als politische Gefangene gekämpft. Angeführt von Sands hungerten sich 1981 insgesamt 10 Häftlinge unerbittlich zu Tode, während sie von den Wärtern zur Ordnung geprügelt wurden.
Der in Cannes 2008 ausgezeichnete Spielfilm-Erstling des britischen Künstlers und Schauspielers Steve McQueen erzählt nicht nur Sands Biografie, eingebettet in den Gefängnisstreik, sondern beschreibt vor allem die unerträgliche Spirale aus Gewalt, Überzeugung und Verzweiflung, die sich zwischen Gefangenen und Wärtern zuspitzt. McQueen macht aus dem schwierigen Szenario ein filmisches Gesamtkunstwerk mit brillanten, gleichermaßen verstörenden wie stillen Bildern für Gewalt, Wut und ohnmächtige Trauer. Es ist ein Glücksfall, dass der mit Preisen überhäufte Film jetzt doch noch ins Kino kommt.
Do. 11.2. + So. 14.2. + Mi. 17.2. | 20:30
Sa. 13.2. | 18:00
Sergeant Pepper
D/GB/I 2003/2004, Regie: Sandra Nettelbeck, mit Ulrich Thomsen, Johanna ter Steege, 98 Min., ab 6 Jahre
Nachdem sein Herrchen gestorben ist, erbt der Hund Sergeant Pepper das ganze Vermögen. Aber die Familie trachtet Pepper nach dem Leben, um an das Geld zu kommen. Peppers Freund Felix versteckt ihn vorübergehend bei sich. Doch die habgierigen Verwandten sind einfallsreich und skrupellos.
Sa. 13.2. + So. 14.2. | 16:00
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